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Buchbesprechung
 
 

Martina Steinkühler 

Wie Feuer und Wind

Das Alte Testament Kindern erzählt

290 Seiten, gebunden

19,90 € - ISBN 3-525-61586-8

Wie Brot und Wein

Das Neue Testament Kindern erzählt

303 Seiten, gebunden

19,90 € - ISBN 3-525-61587-6

  Beide Bücher zusammen 34,90 € - ISBN 3-525-61590-6

Hör-Bibel - 16, 90 € - ISBN 3-525-61588-4

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Besprechung

Zwei Schwere, mit gutem Papier gestaltete Bücher sind, es die mir da vorliegen. Das Alte und Neue Testament Kindern erzählt. Wunderbare Titel: Wie Feuer und Wind und Wie Brot und Wein. Das macht neugierig.

Mein erster Eindruck – ich weiß nicht, was ich sagen soll. Auf der einen Seite ansprechend, weil schöne Texte in einem offen gestalteten Buch mich neugierig machen.

Auf der anderen Seite sind da ganz viele Fragen angesichts der Zielgruppe und Aufmachung der Bücher. Ist es ein Buch für Kinder oder für Menschen, die Kindern etwas weiter geben wollen? Für erstere zu schwer – inhaltlich gesehen – für letztere zu unklar in der strukturellen Aufmachung und Zielsetzung.

Theologengedanken? Ich habe die Bücher weitergegeben. Eine Grundschullererin und eine christlich motivierte Kindergottesdienstmitarbeiterin. Was sagt ihr, ich weiß nicht genau, wie ich es beurteilen soll?

Ihre Antworten: Kigomitarbeiterin: Ich finde keinen Zugang. Für meine Kinder (8 und 4) nicht geeignet. Die Texte sind schön, aber im Blick auf die Kinder helfen sie mir nicht. Und ich weiß auch gar nicht, wie ich damit umgehen soll? Es fehlen mir Hilfen, wie ich die Texte einsetzen kann.

Lehrerin: Also für meine Altergruppen (Klasse 1-4) zu schwer. Ich arbeite da lieber mit einer Kinderbibel.

Mein Eindruck war also nicht nur die eines verkopften Theologen. Schade, denn der Ansatz des Buches ist gut. „Dem Gott Christi, der gnädig, barmherzig, langmütig und von großer Güte ist, können wir uns anvertrauen. Seine Spuren sind überall erkennbar – im Alten wie im Neuen Testament“ Diese Spuren zu sehen, sie aufzuzeigen ist das Anliegen von Martina Steinkühler. Sie gibt den Geschichten einen kleinen, unaufdringlichen Rahmen und will so hineinführen in die Situation der Geschichten, die sie ganz konsequent als von Menschen geschriebene Texte versteht. Dementsprechend nimmt sie sich auch die Freiheit der Veränderung. Man muss dem persönlich nicht immer folgen, wie z.B. beim Anfang der Schöpfungsgeschichte.

Die Ergänzung der Luthertexte zu den Übertragungen ist manchmal hilfreich, manchmal nicht unbedingt gleich nachzuvollziehen, wie bei der Berufung des Mose.

Irritierend ist für mich das Schriftbild. Halbseitig nur ist der Text als Spalte gedruckt. Warum, leuchtet mir nicht ein. Geht es nur darum, dem Luthertext eine eigene Spalte zu geben, oder sollen die Texte biblisch wirken? Leider fehlen auch die Bibelstellen, so dass ich schnell nachschauen kann, wie der Text in anderen Bibelausgaben erzählt wird.

Interessant die Aufteilung des Neuen Testamentes. Martina Steinkühler geht historisch vor, lässt also erst Paulus sprechen und dann die Evangelisten., um dann die Apostelgesichte und später das Johannesevangelium, als theologisch durchdrungenstes Evangelium darzustellen, Ob hier die Ineinssetzung von Johannesevangelium und Offenbarung angemessen ist, will ich dahingestellt sein lassen.

Ob die Bilder aus dem aktuellen Israel immer so geschickt sind oder gar die Phantasie der Kinder anregen bezüglich des Gehörten, wage ich zu bezweifeln. Sie lockern das Buch auf, tragen aber nichts zur Vertiefung bei. Für Kinder sind sie keine Hilfe, für die Erwachsenen nur auflockerndes Beiwerk.

Das Glossar – wichtige Bibel-Wörter, über die man stolpern kann – ist kein erklärendes, lexikalisch zu sehendes, sondern eine, aus meiner Sicht nicht immer geglückte, Umschreibung der Wörter. z.B. Heilig – alles, was von Gott kommt, kann heil machen. Oder: opfern: Ich gebe auf, woran mir liegt, weil mir an dir noch mehr liegt. Oder  Apostel: Jesus sagt zu seinen Jünger: Redet und heilt in meinem Namen. Ihr könnt, was ich kann. Da werden aus den Jüngern Aposteln. Ein schlichtes: Gesandte. Jünger, die von Jesus zu den Menschen gesandt wurden, um die gute Botschaft Gottes weiter zu sagen, würde ich für Kinder klarer finden.

Auch eine Hör-CD (Hör-Bibel genannt) ist dazu produziert worden. Leider ist auch hier mein Eindruck eher zurückhaltend. Es ist in keinster Weise pastoral gelesen, aber leider auch nicht lebendig, erzählerisch, neugierig machend. Vielleicht ist hier am falschen Platz gespart worden. Ein guter Erzähler könnte aus den Texten gewiss viel herausholen.

So schön diese Bücher in der Aufmachung auch sind, sie versprechen mehr, als sie letztlich halten. Ich werde sie nutzen, und in der Praxis sehen, ob sie mich letztlich doch  überzeugen. Denn Herzblut steckt allemal in den Texten und in der gesamten Art der Darstellung, das ist deutlich zu spüren.

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