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Erntedankfest
Der Mensch lebt nicht vom Brot allein

Inhaltsangabe: 
Familiengottesdienst zum Erntdankfest:
Der Mensch lebt nicht vom Brot allein... (Mt 4,4)
Geschichte von Frederick
Erarbeitet von: © Tanja Klettke - Vikarin Kirche zu Groß Heere
 Durchgeführt  am 16. September 2000

Ablauf

Orgelvorspiel

Begrüßung mit Mt 4,4

EG 334,1-6 Danke

Gebet

EG 508,1+3+4 Wir pflügen und wir streuen

Geschichte von Frederick (gelesen und gespielt von Konfirmanden und Kindern, die den Gottesdienst besuchen)

EG 515,1-3+6 Laudato si

Ansprache

EG 640, 1-3+6 Du hast uns deine Welt geschenkt (die Bewegungen des Liedes können mit bunten Tüchern unterstützt werden, die die Gottesdienstbesucher als Erinnerung an die "bunten Zeiten" mitnehmen können)

Abkündigungen

Fürbitten, Vaterunser

EG 170,1-3 Komm, Herr, segne uns

Segen

Orgelnachspiel

 

Geschichte von Frederick
(Kinder sind im Altarraum)

ERZÄHLER: Rund um eine große, blühende Wiese, wo Kühe, Schafe und Pferde grasten, stand eine alte Steinmauer. In dieser alten Mauer wohnte eine Familie fleißiger Feldmäuse.

Nahe bei dieser Mauer stand eine alte Scheune. Und in der Scheune war ein Kornspeicher untergebracht. Die Bauern waren weggezogen, deshalb konnten die Mäuse hier ganz ungestört leben.

Der Sommer geht allmählich zu Ende, deshalb sammeln die Mäuse Tag und Nacht Vorräte für den Winter: Körner, Nüsse, Beeren und Stroh. Alle Mäuse arbeiten ganz fleißig. (Kinder sammeln Nüsse, Äpfel, Körner in Körbe, Frederick steht im Altarraum.) Alle – bis auf Frederick.

1.MAUS: Frederick, warum arbeitest du nicht?

FREDERICK (blickt zur Sonne/Decke): Ich arbeite doch! Ich lasse die Sonne in mein Herz scheinen! Ich sammle Sonnenstrahlen für die kalten, dunklen Wintertage.

(Frederick sitzt auf einer Kiste)

ERZÄHLER: Einige Tage später saß Frederick still auf einem Stein und starrte auf die Wiese. Als die Mäuse Frederick so sahen, fragten sie:

2.MAUS: Frederick, was machst du denn jetzt?

FREDERICK: Ich sammle bunte Farben, denn der Winter ist eintönig und grau.

ERZÄHLER: Ein anderes Mal sah es so aus, als sei Frederick fast eingeschlafen (Frederick stellt sich schlafend). Da sagten die Mäuse, die ja so fleißig arbeiteten, vorwurfsvoll:

3.MAUS: Träumst du Frederick?

FREDERICK: Aber nein! Ich sammle Wörter. Es gibt so lange Wintertage. Dann wissen wir nicht mehr, worüber wir reden sollen.

4.MAUS: Und was machst du jetzt, Frederick?

FREDERICK: Ich sammle Töne und Lieder, damit wir gemeinsam singen können, wenn es im Winter langweilig wird.

ERZÄHLER: Und bald kam der Winter. Der erste Schnee fiel. Die kleinen Feldmäuse zogen sich in ihr Versteck zwischen den Steinen zurück. Sie machten es sich bequem und kuschelten sich eng aneinander. Und sie ruhten sich aus von der mühevollen Suche nach Vorräten. (Mäuse breiten Decken im Altarraum aus und setzten sich eng zusammen.)

In der ersten Zeit gab es noch viel zu essen. Und die Mäuse erzählten sich lustige Geschichten über singende Füchse und tanzende Katzen. Die Mäusefamilie war glücklich.

Aber nach und nach waren fast alle Nüsse und Beeren aufgeknabbert. Das Stroh war alle und an Körner konnten sie sich kaum noch erinnern. Es war kalt zwischen den Steinen der alten Mauer und so rückten die Mäuse noch enger zusammen, weil sie froren. Es wurde ganz still, denn niemand wollte mehr sprechen. (Vorräte werden eingesammelt.)

Da fiel ihnen plötzlich ein, wie Frederick von Sonnenstrahlen, Farben und Wörtern gesprochen hatte. Die Mäuse riefen:

2.MAUS: Frederick, was machen deine Vorräte? Teile sie mit uns!

FREDERICK (steht auf): Macht die Augen zu! Fühlt, wie dunkel und kalt es um euch ist!

ERZÄHLER: Und die Mäuse schlossen ihre Augen.

FREDERICK: Jetzt schicke ich euch die Sonnenstrahlen. Lasst sie in euer Herz hinein. Fühlt ihr schon, wie warm sie sind? – Die Sonne, die in euer Herz strahlt, ist ganz warm und hell.

ERZÄHLER: Frederick war auf einen großen Stein geklettert. Und als er von der Sonne erzählte, wurde es den kleinen Mäusen schon viel wärmer. Ob das Fredericks Stimme gemacht hatte? Oder war es ein Zauber?

Die Mäuse waren gespannt auf die anderen Vorräte.

4.MAUS: Was ist mit den Farben Frederick?

FREDERICK: Macht wieder die Augen zu!

ERZÄHLER: Und Frederick erzählte von blauen Kornblumen, von roten Mohnblumen in gelben Kornfeldern und von grünen Blättern und roten Beeren. Die Mäuse sahen die Farben ganz klar und deutlich vor sich.

1.MAUS: Und die Wörter, Frederick?

ERZÄHLER: Frederick räusperte sich, wartete einen Augenblick, und dann sprach er wie von einer Bühne.

FREDERICK: Wer hat die Sonne denn gemacht, den Mond und all die Sterne? Wer hat den Baum hervorgebracht, die Blumen nah und ferne? Wer schuf die Tiere, groß und klein? Wer gab auch mir das Leben? Das tat der liebe Gott allein, drum will ich Dank ihm geben.

ERZÄHLER: Als Frederick mit seinem Gedicht zu Ende war, staunten die Mäuse sehr. Aber dann klatschten alle (Mäuse klatschen) und riefen:

3.MAUS: Frederick, du bist ja ein Dichter!

ERZÄHLER: Und Frederick wurde ganz rot im Gesicht und verbeugte sich (Frederick verbeugt sich).

(nach Leo Lionni, Frederick, Middelhauve-Verlag, Köln)

 

Ansprache

Liebe Gemeinde!

"Der Mensch lebt nicht vom Brot allein." – Eine sehr bekannte Redensart. Man benutzt sie oft scherzhaft, wenn man etwas ganz besonderes zu essen bekommt. Aber der Ausspruch Jesu geht noch weiter, wie wir schon am Anfang des Gottesdienstes gehört haben: "Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das Gott spricht." Wir Menschen sorgen uns oft um "unser Brot", um das, was wir meinen unbedingt zu brauchen: In der Schule brauchen wir teure Kleidung, um mithalten zu können, als Erwachsene ein schnelles Auto, ein großes Haus oder einen ansehnlichen Job.

Jesus dagegen sagt: Essen und Kleidung sind wichtig, genauso wie ein Dach über dem Kopf und ein Beruf. Aber: Es gibt noch andere Dinge, die wir zum leben brauchen. Es gibt wichtigere. Der Mensch lebt von jedem Wort, das Gott spricht. – Das ist das, was man nicht unbedingt als "lebensnotwendig" bezeichnet. Aber das sind die Dinge, die das Leben lebenswert machen. Wir haben es in der Geschichte von Frederick gehört und gesehen: Die Sonne, Wärme und Liebe im Umgang der Menschen miteinander machen das Leben schöner. Freundliche Worte und Gesten, fröhliche Lieder, gemeinsames Lachen machen das Leben bunter.

Das ist ganz besonders dann wichtig, wenn es einem nicht so gut geht. In den Zeiten, in denen die eigenen Vorräte aufgebraucht sind. In denen es kälter und dunkler in meinem Leben wird.

Dann ist es gut sich an das Schöne, Bunte und Fröhliche des Lebens das auch von Gott kommt zu erinnern!

Amen.

Fürbitten

Lieber Gott!

Wir danken dir für alles, was du uns zum Leben gegeben hast. Für unser tägliches Brot, das wir reichlich haben.

Aber wir denken auch an die Menschen, die nicht genug zu essen haben. Lass sie an unserem Reichtum teilhaben.

Wir bitten dich auch für die Menschen, die traurig und mutlos sind, die Streit haben oder krank sind, sei du bei ihnen. Lass sie die Liebe und Wärme erfahren, die sie jetzt brauchen.

Wir bitten dich für uns, lass uns nicht vergessen, dass es wichtigere Dinge gibt als die Sorge um Nahrung und Kleidung. Nämlich die Nähe anderer Menschen, die Freude über das Leben und die Schönheit deiner Schöpfung: die Sonne, die Farben und die Worte und Lieder.

Du liebst uns, dass hat uns Jesus gezeigt. Und so sprechen wir gemeinsam: Vaterunser

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