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Jakob und die Himmelsleiter

Ablauf Rückblick
 
Inhaltsangabe:
Schulabschlußgottesdienst für 1-4 Klasse
Thema: Ferien, Begegnung mit Fremden Menschen, Engel im Alltag

Erarbeitet von: © Jürgen Grote
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Ablauf

Begrüßung

Lied: Guten Tag ihr seid willkommen

Gebet

Lied: Du hast uns Herr gerufen

Urlaubsgespräch mit den Kindern

Lied: Masithi

Engelsgeschichten von Jakob

Lied: Herr, gib mir Mut zum Brücken bauen

Gebet – Vaterunser

Lied: Laudato

Segen

Urlaubsgespräch mit den Kindern:

Urlaubsorte, worauf freut ihr euch: Sonne, Strand, Freizeit, andere Menschen

wovor Angst: Sprache, fremde Menschen, verlaufen.

 

Schulabschlußgottesdienst

Thema: Engel im Alltag – Jakobsleiter

Die Geschichte der Jakobsleiter macht deutlich, dass Gott sich im Leben zeigt, dass der Himmel offen ist und uns Menschen zugänglich bzw. erfahrbar.

Diesen Ansatz setzen wir in dem Gottesdienst um, in dem wir die schönen und angstvollen Ferienerfahrungen aufgreifen und umsetzen.

Erzählt wird die Geschichte von Jakob, der sich auf den Weg machen musste. Er kommt an verschiedene Stationen des Landes an denen ihm "Engel" begegnen. Die Erzählungen werden unterstützt durch Bilder auf dem Overheadprojektor. Sie entstehen beim Erzählen, das reizt die Aufmerksamkeit der Kinder. Die eigenen künstlerischen Fähigkeiten sind dabei nicht entscheidend, ganz im Gegenteil ist es für die Kinder auch schön, wenn sie sehen, dass auch Erwachsene nicht perfekt sind.

In der Kirche steht noch eine Leiter. An dieser Leiter befestigen wir im Laufe der Erzählungen Engel. Am Schluss wird dann die Geschichte des Traumes von der Himmelsleiter erzählt.

Erzählung

Jakob musste verschwinden. Er hatte seinen Bruder Esau betrogen. Und der war jetzt ganz schön sauer. Und zu der Zeit als Jakob gelebt hat, da wurden solche Auseinandersetzungen sehr heftig geführt. Da gab es nicht nur eine Ohrfeige, sondern noch viel schlimmeres. Also musste Jakob verschwinden. Und er zog los. Ehrlich gesagt, war es etwas komisch in seinem Bauch. Da war ganz viel Freude, denn jetzt konnte er ja etwas erleben, konnte anderes sehen und viel Neues erleben. Aber auf der anderen Seite hatte er auch Angst. Es konnte ganz schön viel passieren auf dem Weg. Nicht immer sind die Menschen so, wie bei ihm zuhause, freundlich und offen. Er hatte da schon ganz viel schlimme Dinge von den Fremden gehört. Aber gut, er musste weg, also musste er auch mit seiner Angst umgehen.

Und so ging er mit Freude und Angst im Bauch seinen Weg.

Als er eine ganze Zeit lang gelaufen war, da kam er in eine größere Stadt. Er war noch nie in einer so großen Stadt. Er lebte bisher nur auf einem kleinen Dorf, aber nun waren da überall große Häuser und ganz viele Straßen und Gassen. Aber das war nicht das Schlimmste am Anfang, sondern viel schlimmer war, dass die Menschen hier ganz anders aussahen. Es waren Menschen, die sehr grimmig aussahen. Sie hatten dunkle Augen und ganz schwarze Haare. Da wo Jakob her kam, da gab es fast nur Menschen mit hellen Haaren. Und alle lachten und waren fröhlich. Aber hier: die sehen ja alle aus, als sind sie sehr, sehr böse. Jakob wollte am liebsten weglaufen, aber wohin? Nach Hause konnte er nicht, und irgendwo musste er ja auch mal etwas zu essen kaufen und auch schlafen. Ich will auf den Marktplatz gehen und mich ein wenig umsehen. Vielleicht kann ich dort etwas zu Essen bekommen und finde jemandem, bei dem ich schlafen kann.

Auf dem Marktplatz war es leer heute. Es war kaum ein Mensch zu sehen. Was kann ich jetzt nur machen? fragte sich Jakob. Ich habe doch Hunger. Da kamen ihm zwei Männer entgegen. Die wollte er Fragen. Sie sahen ganz schön finster aus mit ihren schwarzen Augen und schwarzen Bärten.

Könnt ihr mir sagen, wo ich etwas zu essen kaufen kann, fragte Jakob ganz höflich. Die Männer blieben stehen, schauten ihn finster an und antworteten: halech hade kadu katisch kra? Wie bitte, was haben die gesagt? Dachte er bei sich. Was reden die? Können die denn nicht richtig sprechen?

Ich möchte etwas zu essen kaufen. Wo kann ich das tun? fragte Jakob nocheinmal. Und wieder antworten die beiden ihm mit ganz merkwürdigen Worten: halech hade kadu katisch kra? Hade kura sira teng?

Wieder verstand Jakob kein Wort. Und auch die Männer verstanden ihn nicht. Was soll ich nur tun? Hoffentlich denken die nichts böses von ihm. Die Angst stieg ihm bis an den Hals. O weh, auf was habe ich mich da eingelassen. Doch, wenn sie mich nicht mit Worten verstehen, dann vielleicht mit Zeichen.

Und er machte eine typische Bewegung für das Essen. (Gespräch mit den Kindern)

Da plötzlich lachten die beiden so finster aussehenden Männer. Sie sahen richtig fröhlich und friedlich aus. Sie nickten mit dem Kopf und machten dieselben Bewegungen wie Jakob. Haj chade ula beresch hajeta kom, sagten sie. Jakob verstand kein Wort, aber er verstand, was sie mit den Händen machten: das hieß so viel wie: komm mit uns mit, lass uns zusammen etwas essen. Und Jakob lachte zurück. So grimmig sind die gar nicht. Die können ganz toll lachen. Ich will doch mal sehen, wohin die mich jetzt führen.

Und er ging mit ihnen mit. ER ging mit ihnen in ein schönes Haus und dort brachten sie ihm ganz viel zu essen. Sie saßen zusammen mit der ganzen Familie um den Tisch und aßen und tranken. Es war schön da und freundlich. Es wurde viel gelacht. Warum, das weiß Jakob auch manchmal nicht, denn sie verstanden einander nicht, aber er lachte mit, wenn die andern lachten.

Am Abend dann wurde Jakob doch sehr müde. Er wollte schlafen. Doch wo. Er hatte noch keine Unterkunft. Und wo sollte er eine finden, wenn er doch die Menschen nicht verstand und sie ihn nicht. So probierte er es wieder mit der Zeichensprache. Und er malte auf die Erde ein Nachtlager, eine Decke und ein Kissen. Und mit den Händen deutete er an, dass er schlafen wollte. Da verstanden ihn seine Gastgeber, die sofort ein Bett aufschlugen und ihn schlafen ließen.

Am nächsten Morgen war Jakob gespannt, was ihn heute alles erwarten würde. So schaute er sich erst einmal die Stadt an. Sie war groß und sehr unübersichtlich. Er ging die Straßen entlang und schaute sich die vielen Häuser an. Durch einen Hinterhof kam er an einen Ort, wo man eine herrliche Aussicht über die Stand und das Land hatte. Hier war es wunderschön. Und er ging weiter, erst rechts herum, dann links herum. Es war so schön, dass er gar nicht darauf achtete, wohin er gegangen war. Immer tiefer kam er hinein in das Straßengewirr. Mit einem Male wusste Jakob nicht mehr wo er war. Irgendwie sahen die Häuser jetzt alle gleich aus. Und die Menschen auch. Er konnte sie gar nicht mehr auseinanderhalten. Er hatte sich zwar merken wollen, wo seine neuen Freunde wohnten, aber jetzt hatte er alles vergessen. Wo muss ich nur hin, wie finde ich das Haus wieder, in dem ich übernachtet habe? Da sind doch noch alle meine Sachen. Jakob wurde ganz unruhig. Er lief hin und her, die Straßen rauf und herunter, aber es kam ihm alles anders vor. Nichts, was er schon einmal gesehen hatte. Er war ganz verzweifelt. Und müde und durstig wurde er auch. Ist denn keiner hier, der mir helfen kann?

Jakob setzte sich in eine Ecke und sank in sich zusammen. In einer fremden Stadt ist alles unheimlich. Da kam eine Gruppe von Kindern die Straße entlang. Fröhlich lachend kommen sie an ihm vorüber. Halt, halt, ruft er ihnen nach. Sie bleiben stehen und schauen ihn ungläubig an. Sie verstehen ihn ja nicht. Aber sie kommen zurück und schauen ihn freundlich an. Jakob probiert es jetzt gleich mit der Zeichensprache. Und das war gar nicht so einfach. Denn wie macht man anderen Leuten klar, dass man sich verlaufen hat. Irgendwie müssen es die Kinder aber verstanden haben. Sie nahmen Jakob an der Hand und führt ihn durch sehr verschlungene Weg. Hoffentlich lassen die mich jetzt nicht allein und haben verstanden, was ich will, dachte Jakob. Doch mit einem Mal standen sie alle auf dem Marktplatz. Hier blieben sie stehen und schauten Jakob fragend an. Der nickte fröhlich und zeigte, dass er nun allein zurechtkommen wird. Von hier aus ist es nicht mehr weit und jetzt kennt er den Weg. Er gibt den Kindern die Hand, bedankt sich und sie ziehen fröhlich ihrer Wege. Beim nächsten Mal will ich aber besser aufpassen. Gut dass es hier so freundliche Menschen gibt. Sie sehen ja finster aus, aber helfen tun sie einem alle. Als er in seinem Heim angekommen ist, da wollte er gerne alles erzählen, aber so richtig kann man mit der Zeichensprache dann doch nicht alles klarmachen. Und so legte er sich schlafen.

Am nächsten Morgen wollte Jakob ins Meer zum Baden gehen. Er sagte es seinen Gastgebern, das heißt, er zeigte es seinen Gastgebern. Sie verstanden ihn und gaben ihm auch noch etwas mit. Eine Matte aus Holz und Blättergeflecht. Das kannte Jakob. Damit konnte man auf dem Wasser liegen und ging nicht unter. Und so freute er sich auf seinen Gang ans Meer. Und jetzt merkte er sich den Weg ganz genau.

Das Wasser war ganz ruhig und sehr sauber. Man konnte sogar kleine Fische sehen und ihnen zuschauen. Jakob konnte sich gar nicht satt sehen und so vergaß er alles um sich herum. Als er wieder aufschaute traute er seinen Augen nicht. Das Ufer war ja so weit weg. Er hatte die Strömung nicht beachtet und war ganz langsam weit aufs Meer hinaus getrieben. Ich bin so weit weg, das schaffe ich gar nicht zurück zu schwimmen. So rief er ganz laut um Hilfe, er winkte und schrie aus Leibeskräften. Doch niemand schien ihn zu hören. Hilfe, könnt ihr mich denn nicht hören! Hilfe! Ich kann nicht zurück! Ich gehe hier unter! Immer lauter rief er, bis er plötzlich merkte, dass sich am Ufer etwas tat. Da winkten doch einige oder nicht. Doch sie winkten. Sie liefen hin und her und holten andere Menschen zusammen. Und da holte einer ein Boot. Und nun stiegen sie ein, 5 Mann. Sie haben ihn gesehen und gehört. Und nun kamen sie, um ihn zu retten. Jakob versuchte ihnen entgegen zu rudern, aber die Strömung war viel stärker als er dachte. Doch das Boot kam immer näher und damit auch seine Rettung. Schon von weitem erkannte er, dass seine Gastgeber mit auf dem Schiff waren. Als sie nahe dran waren, holten sie Jakob mit seiner Matte ins Boot. Alle sahen glücklich aus, am glücklichsten aber Jakob. Kraftvoll ruderten alle zurück ans Land. Dort saßen sie noch bis spät in den Abend hinein zusammen, aßen und tranken. Und auch wenn Jakob nichts von den Worten verstand, fühlte er sich wohl und konnte den anderen zeigen, dass er sehr dankbar war für ihre Hilfe.

Am vierten Tag ging Jakob wieder durch die Stadt. Diesmal achtete er genau darauf, wo er lang ging. Und langsam kannte er sich ja auch immer mehr aus. Als er die Straße so entlang schlenderte, hörte er plötzlich ein tiefe Stimme, die heftig schimpfte. Überall in der Straße konnte man hören, dass der Verkäufer in den Gemüseladen sehr sehr ärgerlich war. Er schimpfte und schrie, so dass man sich gar nicht an ihm vorbei traute. Und Jakob wusste ja auch nicht worum es ging. Der Verkäufer war so ärgerlich, dass er auch mit den Füßen getreten hat. Und da passierte es. Mit einem mal viel sein ganzer Gemüsestand vor der Tür um, den er mühselig aufgebaut hatte. Das ganze Gemüse rollte auf die Straße: Paprika, Tomaten, Auberginen, Kohl und alle Früchte, die es bei ihm gab. Der Mann schimpfte noch mehr und lief wütend auf und ab. Jakob sah sich das kurz an und dachte dann bei sich: mir haben in den letzten Tagen so viel Menschen Gutes getan. Der Mann ist zwar wütend und ich hab ein wenig Angst, aber ich will ihm helfen. Und so ging er hin und begann das Gemüse aufzuheben. Der wütende Verkäufer wurde mit einem Mal ganz still. Er dachte, dass Jakob etwas stehlen wollte, doch dann merkte er, dass er ihm nur helfen wollte. Das finstere Gesicht zeigt den Ansatz eines Lächelns. Hach, haja deli kuma rem. sagte der Verkäufer. Aber Jakob verstand nichts. Er zuckte mit den Schultern und deutete an, dass er die Sprache nicht verstand. Doch die beiden kamen auch so zurecht. Der Gemüsestand wurde wieder aufgerichtet, die Paprika, Tomaten und anderen Früchte kamen wieder an ihren Platz. Und kurze Zeit später sah alles aus wie vorher. Nur eines nicht. Das Gesicht des Verkäufers. Denn der lächelte nun und verbreitete große Freude. Er schenkte Jakob seine schönste Paprika und verbeugte sich vor ihm. Jakob nahm dankend an, verbeugte sich ebenfalls und ging seines Weges.

Jakob hätte sicher in dem Land und in der Stadt bleiben können, es gefiel ihm gut, aber er wollte dann doch lieber dorthin, wo die Menschen seine Sprache sprechen. Er wollte Vieh kaufen und irgendwo als Viehzüchter leben. So nahm er Abschied von seinen Gastgebern und zog seines Weges.

Diesmal musste er unter freiem Himmel übernachten. Er suchte sich ein schönes Plätzchen unter einem Baum nahe bei einem Felsen. Er baute sein Nachtlager, legte sich hin und schlief auch bald ein, denn er war lange gewandert. Und bald hatte er einen merkwürdigen Traum. Er träumte, dass der Himmel aufging. Und aus dem Himmel kam ein lange Leiter herab. Und auf dieser Leiter kamen Engel herab. Er erkannte sie ganz deutlich. Sie stiegen auf der Leiter auf und ab. Und wenn die Engel unten angekommen waren, blieben sie stehen. Sie öffneten ihre Arme und auf der Brust konnte man etwas sehen. Was war es? Es dauerte ein wenig, bis es richtig sichtbar wurde. Auf dem ersten Engel waren drei Männer zu sehen. Sie luden ein zum Essen und Trinken und sie bauten ein Bett. Und dann nahm der Engel die Hände wieder zusammen und stieg wieder hinauf.

Dann kam der nächste Engel. Auch der öffnete die Arme und wieder war etwas sichtbar. Waren da nicht Kinder zu sehen, Kinder, die durch die Stadt liefen und einen Mann an der Hand führten? Aber schon waren wieder die Arme wieder geschlossen und der Engel stieg die Leiter empor.

Der nächste Engel kam die Leiter herab. Nun war das Meer sichtbar und ein Boot. Sie fuhren übers Meer und holten etwas aus dem Wasser. Genau war es nicht zu erkennen, aber es sah aus wie ein Menschen. Doch die Arme des Engels schlossen sich wieder. Und er stieg die Leiter empor.

Und noch ein Engel öffnete die Arme und wieder sah man etwas. Rollende Früchte, ein zusammengestürztes Regal, das sich langsam wieder aufbaute. Und da wurden die Arme des Engels wieder geschlossen.

Und so stiegen die Engel auf der Leiter auf und ab.

Und dann wurde die Leiter langsam nach oben gezogen und der Himmel schloss sich wieder und es war dunkel.

Langsam wachte Jakob auf. Was war das für ein Traum? Er überlegte ein wenig und dann fiel es ihm wie Schuppen von den Augen. Natürlich: Gott hat mir seine Engel geschickt. Er lässt mich nicht alleine in der Welt. Gott hat mir mit seinen Engeln geholfen. Danke guter Gott, dass du so für mich da bist. Ich vertraue darauf, dass du mich begleitest und dass es für jeden Menschen Engel in der Welt gibt.

Und Jakob baute an seiner Schlafstelle einen kleinen Altar zur Erinnerung an diesen Traum und als Dank dafür, dass Gottes Engel für die Menschen da sind.

 

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